"Karl Nagel ist für seine patriarchalen und faschistoiden Positionen bekannt. Er mißbraucht Menschen und Zusammenhänge."
Mein alter Automaten-Intimus Alvons Diehmer so oder ähnlich anno 2000.
 
     
 
1987-89
Frontline
Der Jugend ins Portemonnaie gegriffen

Nach dem Entschluß, der Punk-Szene den Rücken zu kehren, ließ ich nichts anbrennen und begann meine dort gemachten Erfahrungen in bare Münze umzuwandeln.

Mit Interesse hatte ich bereits zuvor beobachtet, wie zwei meiner Bekannten, nämlich die Ex-Skins Jörg Schaper und Torsten Lange, einen florierenden Versandhandel für Punk- und Hardcore-Schallplatten hochgezogen hatten.

Ich empfahl mich den beiden als Spezialist für kaufmänische Dinge und deren Abwicklung über Computer und bot ihnen meine Dienste an. Schon bald gelang es mir, eine unersetzbare Stellung bei FUNHOUSE - so hieß der Versand - einzunehmen, wobei mir zugutekam, daß die beiden Jungs gutgläubig und unerfahren waren. Es war überhaupt kein Problem, durch Buchungstricks regelmäßig größere Summen für mich abzuzweigen, die ich in meine Band, die MILITANT MOTHERS, steckte. Auch der regelmäßige erscheinende FUNHOUSE-Flyer war eine gute Möglichkeit, die MOTHERS dezent in den Vordergrund zu rücken.

Als nach einigen Monaten die finanziell miserable Lage des Unternehmens offensichtlich wurde, gelang es mir aber leichtens, die Schuld auf einen der beiden, nämlich Jörg Schaper, abzuwälzen. Um ihn von genaueren Nachforschungen abzuhalten, trieb ich ihn gezielt in die Drogensucht, bis er schließlich nur noch apathisch in seinem Bett lag.

Torsten Lange gegenüber empfahl ich dagegegen, sich sofort von Schaper zu trennen, da dieser "nachweislich" die finanziellen Probleme verursacht hatte.

Schaper erhielt nun das Label und den Namen FUNHOUSE sowie einen Berg Schulden, die das Label dann am Weitermachen hinderten und in den Ruin trieben. Lange dagegen bekam das Filetstück, den Versand und das Lager und machte unter dem neuen Namen FRONTLINE weiter.

Es war dies wirklich eine sehr interessante Zeit. Ich erfuhr, wie leicht es ist, der Jugend auch den größten Müll als tollen, neuen Trend unterzujubeln, wenn man nur die richtigen Worte findet. Und wie leicht es ebenfalls ist, die Kunden am Telefon mal eben soweit zu bequatschen, daß sie ihre Bestellungen verdoppelten.

1989 schließlich zog ich mich aus FRONTLINE zurück, weil ich das Gefühl bekam, hier nichts mehr lernen zu können. Stattdessen entdecke ich mit der DTP-Branche eine Möglichkeit, mir endlich eine finanziell wirklich lukrative berufliche Zukunft aufzubauen. Nicht länger Peanuts, sondern die richtig fette Kohle - und das dank zukünftsfähiger Technologie, von der die Mehrheit eh nichts versteht und somit umso erfolgreicher bescheißen kann.
 


 
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Startschuß!
Geboren in Wuppertal als Sproß einer Arbeiterfamilie (1960)
Schullaufbahn
Grundschule - Gymnasium - Hauptschule - Höhere Handelsschule (1967-79)
Rot Front!
Erste politische Erfahrungen als Maoist und Unabhängiger Linker (1976-81)
Gorgol
Meine erste Erfahrung als Herausgaber einer Zeitschrift! (1978-79)
Fantastrips
Herausgabe des Magazins für phantastische Illustration. (1979-81)
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Die wichtigste Phase in meinem Leben. (1981-87)
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Drahtzieher der mehrmaligen totalen Vernichtung von Hannover! (1982-84,94-2000)
APPD
Start der politischen Karriere (1982-86,94-99)
Hackfleisch
Ein Punk-Fanzine wird zur Legende! (1982-87)
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Mein Einstieg in die musikalische Karriere (1984-85)
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Erster Plattendeal durch Provo-Theater. (1986-87)
Frontline
Aktivitäten beim FUNHOUSE/FRONTLINE-Versand (1987-89)
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Nichts als Opium für die Massen! (1988-91)
Militant Mothers
Der erfolgreichste und abschließende Baustein meiner musikalischen Karriere. (1988-92)
ZAP-Sonderausgaben
Profitables Publizieren durch das Wiederaufleben der Hannoveraner Chaos-Tage. (1994-95)
Bunkerbriefe
Karl Nagels Standardwerk über, das Leben, das Universum, Punk & Politik. (1995-2001)
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Medienmanipulation und Erzeugung von Massenpsychosen per Informationsvergiftung. (1996)