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Wollt Ihr erfahren, was mich schon seit Jahrzehnten immer wieder förmlich dazu treibt, irgendwo Feuer zu legen, Städte in Schutt und Asche zu legen und selbstgerechte Polit-Pappnasen auf die Palme zu bringen? Wollt Ihr vielleicht gar SELBST das Handwerk des IDIOTENKLAVIER-Spielers erlernen und die Puppen zum Tanzen bringen?
Dann seid Ihr hier genau richtig! Jetzt erzähle ich alles, aber auch wirklich alles aus 49 Jahren Karl Nagel...
Ach ja: Das IDIOTENKLAVIER gibt es nun auch LIVE! Alles weitere HIER!
DAS GANZE LEBEN EINE KNEIPE
Erstes Buch (1960-74)
Ein Blick in eine sehr, sehr merkwürdige Zeit. Wie ein kleiner Hosenscheißer für seinen ganz persönlichen Djihad präpariert wurde...
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- „Ich, ich und nochmals ich - Darf ich es wagen, das zu sagen?“ (Idiotenklavier => Vorwort)
- Was tun, wenn das Konto leer ist, die Arbeit nicht viel einbringt und die Aussicht auf eine sichere Rente ein einziger Lacher ist? Am besten das Tafelsilber verscheuern, die Hose runterlassen und hoffen, daß auf dem vielbeschworenen MARKT genug Voyeure herumlaufen, die einen Blick auf Karl Nagels Eier werfen wollen.
- Man müsste Klavierspielen können... (1. Kapitel)
- Kennst Du dieses erdrückende Gefühl totaler Ohnmacht angesichts der Gewißheit, am Ende deiner Möglichkeiten zu stehen? Wenn die Dinge total aus dem Ruder laufen, du aber völlig unfähig bist, diese Entwicklung zu stoppen oder zumindest ein kleines Schlupfloch zu finden, durch das ein Entkommen möglich scheint?
- Kindheit in Schwarz-Weiss (2. Kapitel - 1960)
- Irgendwo und irgendwann tauche ICH aus dem Dunkel der Vergangenheit auf, und meine ersten Erinnerungen bestehen aus einer merkwürdigen Mischung aus grenzenlosem Staunen, gepaart mit absoluter Sicherheit, daß DIE WELT echt beschissen ist und sich zudem auch noch in erster Linie gegen MICH richtet!
- Suhlen im eigenen Angstschweiss (3. Kapitel - 1963)
- Ach nee, schon wieder einer, der mit der Nummer „Schlimme Kindheit“ ankommt, nicht wahr? Aber mal ehrlich: Geschichten über Mami und Papi, ihre Sprößlinge und eine Kindheit im Reihenhäuschen mit Knuddeleien, lustigen Spielen und Kindergeburtstagen würden euch doch auch langweilen.
- Geplatzte Träume - Reale Alpträume (4. Kapitel - 1964)
- Während die Welt in der Vorweihnachtszeit 1963 immer noch um den ermordeten amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy trauerte, bewegten mich ganz andere aufregende Ereignisse...
- Nachkriegs- Geschichten aus Spelle und Wuppertal (5. Kapitel - 1965)
- Daß Dausenau eine Pleite war, blieb meinen Eltern nicht verborgen. Ich sah wohl echt mies aus, als ich nach der Heimfahrt aus dem Zug ausstieg, erzählt meine Mutter. „Ein echtes Käsegesicht!“
- Auswanderung in die Zukunft (6. Kapitel - 1966)
- Einen Lichtblick gab’s endlich, als ich fünf war: Während Bundeskanzler Ehrhardt gerade feststellen mußte, daß er sich irgendwie den falschen Job ausgesucht hatte und daher doch lieber zurücktrat, schlug meine Mutter vor Freude Purzelbäume.
- Der Duft der großen, weiten Welt (7. Kapitel - 1967)
- Ich kam in einen neuen Kindergarten ohne Pfaffen und Nonnen, und obwohl es dort insgesamt etwas lockerer zur Sache ging, fand ich das irgendwie... falsch. Ich war schon ziemlich überzeugt von dem ganzen katholischen Mummenschanz - der Papst hätte seine helle Freude an mir gehabt!
- Benzotop im Hinterhof (8. Kapitel - 1967)
- Als wir in die Berliner Straße eingezogen, versprach meine Mutter: „Da gibt’s ganz viele Kinder. Mit denen kannst Du dann spielen!“ Das war natürlich toll. Vorher hatte ich nämlich gar keine Freunde.
- Die Bierflasche, mein dämonischer Klavierlehrer (9. Kapitel - 1967)
- Bier ist ein magisches Getränk. Wenn ich mir so eine Bierflasche anschaue, ist es eigentlich nur eine Flasche, egal ob leer oder voll. Und doch sehe ich da so eine bösartige und absolut widerwärtige Aura, die mich nicht kalt läßt.
- Einschulung multikulti (10. Kapitel - 1967)
- Sommer 1967: Nachdem in Berlin der Polizist Kurras den Studenten Benno Ohnesorg bei einer Demo gegen den Schah von Persien erschossen hatte, verbrachten meine Eltern ihren ersten richtigen gemeinsamen Urlaub im damals aufkommenden Urlauberparadies Mallorca.
- Was nicht passt, wird passend gemacht (11. Kapitel - 1968)
- Die eigentliche Einschulung erlebte ich als eine tolle Sache. Natürlich gab es eine Schultüte mit jeder Menge Süßigkeiten, und unsere spätere Klassenlehrerin Frau Zimmermann verteilte tolle Mützen. So schön wurde es nie wieder.
- Die Bibel ist an allem schuld! (12. Kapitel - 1968)
- Jeden Dienstagmorgen ging es in die katholische Kirche unseres Viertels zur Schulmesse. Wir waren ja eine katholische Grundschule!
- Schatzgraben nach Schundheftchen (13. Kapitel - 1968)
- Bevor ich meine ersten spannenden Lesestunden mit der Bibel und anderen Schwarten diverser Leihbibliotheken verbrachte, war ich schon längst rettungslos den Comics und Bildgeschichten verfallen.
- Heimatgefühle (14. Kapitel - 1968)
- Wenn ich heute darüber nachdenke, aus welchen Bausteinen ich eigentlich zusammengesetzt bin, dann ist es völlig klar, daß Comics wie überhaupt Schundliteratur allgemein mir zum ersten Mal ein undefinierbares Gefühl von ZUHAUSE vermittelt haben.
- Eine Fernsehkindheit (15. Kapitel - 1968)
- Über meine heißgeliebten Comics ging gar nichts, aber daneben fand ich auch fernsehen toll. Das gab’s aber damals nur in Schwarzweiß, und wie für robuste Geräte dieser Zeit typisch, ließen sich Bildstörungen durch kräftige Schläge auf den Kasten leicht und sicher beheben.
- Bombenhagel und Granaten! (16. Kapitel - 1969)
- Plastikant, LEGO, Fischertechnik, was man alles so hatte. Wichtiger war, was man NICHT hatte. Einmal im Jahr wurde bei Drees Spielzeug entsorgt, da sorgte meine Mutter dafür, daß ich was abstauben konnte.
- Ich liebte ein Arschloch! (17. Kapitel - 1969)
- Nachdem ich jetzt seitenlang Geschichten und Geschichtchen zum Besten gegeben habe, bade ich förmlich in diesem trügerischen Gefühl, wie herrlich doch diese Zeit gewesen ist.
- Heile Welt, falscher Film (18. Kapitel - 1969)
- Meine zweite sechswöchige Verschickung in ein Ferienheim – diesmal hieß es „St. Maria Frieden“ - ging recht entspannt über die Bühne. Meine Mutter schickte mir doch tatsächlich regelmäßig die aktuellen Fix-und-Foxi- und Superman-Hefte, und damit war der Urlaub gerettet.
- Krieg und Sex im Kinderzimmer (19. Kapitel - 1969)
- Merkwürdig, zu meiner Schwester Anne-Marie fällt mir kaum was ein. Neulich hat sie mir erzählt, daß sogar sie selbst ihre komplette Kindheit vergessen hat. Alles futsch.
- Als Hofkanzler auf Weltraumfahrt (20. Kapitel - 1969)
- Fürs Leben wirklich wichtige Dinge lernte ich nicht in der Schule, sondern aus Comics und anderen Schundheftchen. Oder aus dem Fernsehen, wo diese merkwürdigen „Politiker“ schon früh meine Aufmerksamkeit fanden.
- Vom Umweltschützer zum Feuerteufel (21. Kapitel - 1970)
- Bis tief in die 70er oder gar 80er war die Wupper eine echte Kloake und roch auch so. Aus unzähligen Rohren und Abwassertunneln floß übelriechende Industriebrühe in den Fluß.
- Meine kaputte Verwandschaft (22. Kapitel - 1970)
- Wenn ich mal wieder dachte, vom Schicksal besonders hart geprüft zu werden, brauchte ich nur Tante Christel zu besuchen, um auf der Stelle von meinem Selbstmitleid geheilt zu werden.
- Die Einschläge kommen näher... (23. Kapitel - 1970)
- Daß Krankheiten ebenso wie Operationen kein Privileg meines Großvaters waren, dämmerte mir, als auch mein Vater immer öfter unters Messer mußte.
- Curry scharf, Pommes Mayo (24. Kapitel - 1970)
- Goethe, Schiller, Grass - hab’ ich nie gelesen. Ihr wißt schon, der geliebte Schund gab mir mehr und macht bis heute nicht einmal vor meinem Magen halt. Mein Sinn für niedere Werte zieht sich durch mein ganzes Leben wie ein roter Faden. Von Comics über Punk bis Fast Food.
- Szenen einer Ehe (25. Kapitel - 1970)
- Daß die Ehe meiner Eltern auf einem nicht gerade stabilen und liebevollen Fundament stand, solltet ihr mittlerweile mitbekommen haben. Seltsamerweise haben wir das als Kinder nicht wirklich gepeilt. So war eben DIE WELT.
- Mach' kaputt, was dich kaputtmacht! (26. Kapitel - 1971)
- Scheiße, wenn man keine Freunde hat! Jedenfalls keine, mit denen ich durch dick und dünn gehen konnte, wie eine Bande Piraten eben oder die Cowboys in „Bonanza“ oder „Die Leute von der Shiloh-Ranch“!
- Sex, Sexta, Subdominas (27. Kapitel - 1971)
- Als ich im August 1971 zum ersten Mal den Schulhof des „Carl-Duisberg-Gymnasiums“, kurz CDG genannt, betrat, fühlte ich gleich, daß hier ganz andere Sitten herrschten. Mit einem Mal kam ich mir schrecklich einsam vor. All die unbekannten Gesichter. Keine Griechen. Und manche der älteren Jungs trugen sogar lange Haare.
- Das Monster, das sie schufen... (28. Kapitel - 1971)
- Willy Brandt erhielt den Friedensnobelpreis für seine Versuche, die Mauer zwischen Ost und West etwas durchlässiger zu machen, und ich begann meine eigene Mauer zu bauen.
- Unser Klugscheisser im All (29. Kapitel - 1972)
- Im Unterschied zu anderen Kindern fand ich neben der BILD-Zeitung auch Nachrichtensendungen im Fernsehen unglaublich unterhaltsam. Zudem genoß ich dieses Gefühl, so Dinge zu erfahren, von denen Geichaltrige sonst keinen blassen Schimmer haben.
- Die kleine Kneipe in unserer Strasse (30. Kapitel - 1972)
- Während ich nun per Phantasie meine Armeen um die Welt und später in den Weltraum schickte, ging es in meiner Familie einen Schritt weiter Richtung Abgrund.
- No More Mr. Nice Guy (31. Kapitel - 1973)
- Ich zermarterte mir den Kopf, wie ich die Anerkennung meiner Altersgenossen zurückgewinnen könnte. Vielleicht sollte ich doch etwas mehr Sport treiben. Vielleicht würde dann alles besser.
- Sein bester Kunde - Die letzte Runde! (32. Kapitel - 1973)
- Hatte ich bereits erwähnt, daß mein Vater sein bester Kunde war? Ja, sicher, und so was schreit ja förmlich nach einem apokalyptischen Finale, mit Hauen und Stechen, mit Tränen und klappenden Zähnen. Und all das sollte uns keineswegs erspart bleiben.
- I Lived With a Talking Zombie (33. Kapitel - 1973)
- Mit der „Bauernstube“ war mein Alter seiner Heimat beraubt worden. Das Schlimmste, was ihm passieren konnte. Dachte er. Und hing nun den ganzen lieben langen Tag zuhause auf der Couch ab, soff seine „Bierchen“ und glotzte TV. Wenn ihm das zu langweilig wurde, mußte er wohl oder übel die Bude verlassen.
- Theaterdonner in Teenieherzen (34. Kapitel - 1973)
- Die Zeiten, in denen ich den Großteil meiner Zeit als Geschichtswälzer fressender Bücherwurm und Comics und Schundromane verschlingender Hobby-Großadministrator zu Hause verbracht hatte, gingen langsam ihrem Ende entgegen. Ebenso war an Hausaufgaben überhaupt nicht mehr zu denken.
- Im Zickzack zum Durchblick (35. Kapitel - 1973)
- Meine schleichende Politisierung machte kräftige Fortschritte. Um besser mitreden zu können, begann ich, Zeitung zu lesen – BILD, was sonst? – und bekam hier objektive und fundierte politische Informationen.
- Fast ein Rockstar (36. Kapitel - 1973)
- Irgendwo auf der üblichen Strecke zwischen Supermarkt und Hähnchen Helmig (die „Bauernstube“ hatte ich natürlich mittlerweile gestrichen) lief mir eines Tages Frank über den Weg.
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